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Die Landschaft ist reich an steinigem Hügelland und großem Fels, der aus der Erde bricht und jeden Donnerschlag laut erhallen lässt. Eher schwach bewaldet sind es zunächst lose Baumgruppen, die gigantische Ausmaße annehmen. Oft kommen schwere Nebel von den Bergen, die von großen Stürmen abgelöst werden, bis die Sonne wieder durch die dunkle Wolkendecke bricht.

Frühjahr
Durch das immer länger scheinende Licht der Sonne erwachen die Waldgottheiten aus ihrem Schlaf und lassen die Pflanzen neu erblühen. Die ersten Tierherden wandern wieder nach Norden, wo das Nahrungsangebot nun reichhaltiger ist.
Sommer
Durch Schmelzen von Schnee und Eis führen vor allem der große Gletscherfluss, aber auch andere Gewässer starke Strömungen und höhere Wasserpegel. Mit auftauenden Böden führt dies zu weitreichenden Versumpfungen und Überschwemmungen, die auch noch viele Ortschaften weit fern der Flussufer treffen. Die großen Tierherden sind alle im Norden.
Sommersonnenwende
In der Sonnenwendnacht, der kürzesten des Jahres, können Geister auch von Sterblichen erblickt werden. An manchen Stellen zeigen sich zu dieser heiligen Zeit auch Orte der Geisterwelt.
Herbst
Während die Gewässer zurücktreten, erblühen und reifen viele Kräuter und Früchte. Die ersten Tierherden wandern zu dieser Zeit nach Süden. Die großen Hirsche tragen zu dieser Zeit mächtige Geweihe und streiten lautstark um das Vorrecht eine Herde zu führen.
Winter
Während die Pässe in den Hochgebirgen zunehmend unbegehbar werden, legen sich die Waldgottheiten und Waldgeister schlafen, wodurch auch die Pflanzen in den Schlaf fallen. Die großen Tierherden sind alle im Süden angekommen und die großen Hirsche werfen ihr Geweih ab.
Wintersonnenwende
Zur Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres, tobt in den hohen Bergen die wilde Jagd der Jagdgottheiten. In dieser Nacht werden Opfergaben dargebracht, um sie zu besänftigen und von ihnen verschont zu werden.

Sommerweiden der Mammutsteppen
Im Sommer reich an Gräsern, Sträuchern, Kräutern, Moosen, Farnen, Flechten und Blumen, ist die kleinwüchsige Vegetation im Winter hingegen tief eingeschneit, sodass die großen Herden in den Süden wandern, um zum Sommer wieder die Wanderung nach Norden anzutreten. Der wärmste Monat ist kälter als 10 °C, dessen Mitteltemperatur liegt in den Tundren jedoch über dem Gefrierpunkt.


2 m
3 t

Wollnashorn

Wollnashörner sind Pflanzenfresser, die hoch im Norden leben und sich von den Gräsern und Sträuchern der Steppen ernähren. Sie besitzen kein gutes Sehvermögen und sind so leicht aufzuschrecken, worauf sie stets in den Angriff übergehen. Unter ihrem braunen Fell verbringen sie auch die Winterzeit im hohen Norden und leben für eine Weile von ihren Fettreserven.


3 m lang
1 t

Walross

Walrosse leben an den Meeresküsten. Sie können eine halbe Stunde lang tauchen und ernähren sich vorwiegend von Lebewesen am Meeresgrund, den sie aufwühlen.

Die Bullen größerer Arten der an Land wie zu Wasser agilieren Seelöwen ohne Hauer erreichen die gleiche Maße. In Gruppen jagen sie Fische und Otter, können jedoch nicht so lange tauchen wie die Robben.


2 m
1 t

Yak

Yaks sind an kalte Lebensräume angepasst und fressen sich Reserven für den Winter an. Schneestürme können sie tagelang ohne Zugang zu Futter oder Wasser überstehen. Rinder sind ungemein ausdauernd und wehrhaft.


1,7 m
1 t

Grimbär

Aufgerichtet 3,4 m hoch sind Grimbären die größten aller Raubtiere und halten keinen Winterschlaf. Aufgrund der langen Gliedmaßen sind sie zudem ein schneller Läufer, der Rinder, Hirsche und Wildpferde erlegt, auch größere Tiere attackiert und selbst anderen Raubtieren ihre Beute erfolgreich streitig macht.


1,5 m
350 kg

Löwe

Höhlenlöwen sind die größten Raubkatzen, tragen jedoch keine Mähne. Sie sind zumeist Einzelgänger und jagen in den Steppen Hirsche, Rentier, Pferde oder Humanoide. Doch vor allem ihr Gebrüll, mit welchem sie ihre Territorien abstecken, wird weit über die Lande vernommen. Höhlenlöwen leben vor allem nahe den hohen Gebirgszügen im Norden.


1 m
100 kg

Hyäne

Hyänen leben in Höhlen und Bauten, in denen sie auch ihren Nachwuchs aufziehen. In kleinen Gruppen streiten sie mit Höhlenlöwen um Beute, erlegen manchen Löwen und fallen ihnen auch selbst zum Opfer. Sie können mit ihrem kräftigen Kiefer Knochen aufbrechen und wittern Aas über weite Strecken. So fällt es auch Humanoiden schwer ihre Beute gegen die großen Hyänen zu verteidigen.



1,5 m
40 kg

Seeotter

Seeotter sind die größten Marder und leben vorwiegend in den Tangwäldern der Meeresküsten. Im Treibeis hingegen sind sie nicht anzutreffen. Manchmal brechen sie Muscheln mit Steinen auf, fesseln Krabben mit Seetangsträngen oder machen Jagd auf Wasservögel. Zum Schlaf umwickeln sie sich mit Seetang, um nicht abgetrieben zu werden.




3,8 m
6 t

Mammut

Einer Leitkuh folgend bilden Mammutkühe mit den Jungtieren Herden, die jedoch auseinandergehen, wenn die Nahrung knapp wird. Zum Winter gewachsenes Fell verlieren sie im Sommer wieder. Nach 60 bis 70 Jahren sind Mammutzähne derart abgenutzt, dass sie in sumpfigeren Gebieten nach weicher Nahrung suchen, dort verenden und Mammutfriedhöfe begründen.


2 m
1 t

Bison

Bisons und Wisents ernähren sich von den Gräsern der Steppen und wandern zum Winter in den Süden, um zum Sommer hin wieder in den Norden zurückzukehren. Rinder sind ungemein ausdauernd und wehrhaft.


2,1 m
600 kg

Riesenhirsch

Geweihe männlicher Riesenhirsche spannen bis zu 4 m, wiegen bis zu 50 kg und werden mit dem Ende der Brunft zu Winteranbruch abgeworfen. Hirsche leben in von einem Männchen geführten Herden in den Steppen. Gehörnte Hirsche meiden die Wälder aufgrund der Gefahr sich mit dem Geweih darin zu verfangen.


1,6 m
400 kg

Moschusochse

Moschusochsen leben in den Tiefebenen und Flusstälern und ernähren sie sich von Sträuchern, Birken, Weiden, Kräutern, Flechten und Moosen. Zur Verteidigung gegen Jäger und Beutegreifer bilden sie einen Verteidigungsring um ihre Jungen, Alten und Schwachen.


1,2 m
300 kg

Säbelzahn

Die meisten Säbelzahnkatzen jagen in von einem Männchen geführten Rudeln. In Pirsch- und Treibjagd sind Rentiere, Pferde oder Jungtiere von Riesenhirschen, Wollnashörnern und Mammuts übliche Beute. Aufgrund der Säbelzähne ist es ihnen nicht möglich Beute vollständig zu verzehren, sodass sie stets Aas für andere Raubtiere lassen.


1,4 m
200 kg

Rentier

Rentiere sind Herdentiere, die sich von den Gräsern der Steppen ernähren und mit den großen Herden wandern. Sie sind dunkelgrau gefärbt, tragen eine hellgraue Mähne und ganzjährig sowie geschlechtsunabhängig ein Geweih.


1,4 m
200 kg

Pferd

Wildpferde sind Herdentiere, die sich von den Gräsern der Steppen ernähren und mit den großen Herden wandern. Sie tragen eine gelbrötliche Fellfärbung mit hellen Flanken und eine aufrecht stehende Mähne.


1 m
80 kg

Grimwolf

Grimwölfe sind große und kräftig gebaute Wölfe mit kurzen Beinen. Sie leben in Rudeln von bis zu 30 Tieren, die von einem Rüden geführt werden und sind selbst gegenüber Artgenossen aggressiv. Zu den großen Wanderungen folgen sie den Herden, unter welchen vor allem Rinder erlegt werden.




Nordwälder
Tief in den gewaltigen Wäldern wachsen die Bäume hoch und sind zum Teil Jahrtausende alt. Es sind unheimliche Orte, die kaum Tageslicht zulassen und nach nur wenigen Minuten die Orientierung rauben, während zugleich die Vegetation am Boden jedes Vorankommen erschwert. Neben den zahlreichen Nadelbäumen haben es auch einige Laubbaumarten wie die Esche, Erle, Birke und Weide geschafft in unwirtlichen Gegenden zu überdauern. Der kälteste Monat liegt unter 0 °C, der wärmste über 10 °C.


3,4 m
6 t

Mastodon

Mastodonten sind kleiner als Mammuts, jedoch etwas länger als ihre Verwandten. Ihre Stoßzähne sind flacher nach oben gebogen. Sie leben in Wäldern westlich des großen Stroms und ernähren sich von Laub und Zweigen, wodurch sie zum Jahreszeitenwechsel nicht auf lange Wanderschaften angewiesen sind.



2 m
1 t

Auerochse

Auerochsen sind eher in Wäldern beheimatet und speisen dort vom Laub und den Sträuchern. Rinder sind ungemein ausdauernd und wehrhaft.



1,7 m
1 t

Grimbär

Aufgerichtet 3,4 m hoch sind Grimbären die größten aller Raubtiere und halten keinen Winterschlaf. Aufgrund der langen Gliedmaßen sind sie zudem ein schneller Läufer, der Rinder, Hirsche und Wildpferde erlegt, auch größere Tiere attackiert und selbst anderen Raubtieren ihre Beute erfolgreich streitig macht.



1,4 m
700 kg

Grimkeiler

Grimkeiler sind gewaltige Wildschweine mit vier Hauern. Die Weibchen und ihr Nachwuchs leben meist in den Wäldern in Rotten beisammen und verlassen diese auch im Winter nicht, während welcher sie sich besonders gegen ebenfalls im Norden verbliebene Wölfe, Höhlenlöwen, Tiger und Bären wehren müssen. Keiler hingegen werden zunehmend zu Einzelgängern.



1,5 m
300 kg

Hirsch

Im Norden erreichen Hirsche eine Schulterhöhe von 1,5 Metern und ein Gewicht von bis zu 400 kg, wobei Bullen etwa doppelt so schwer werden wie Hirschkühe. Während der Brunft werden von ihnen laute Rufe vernommen. Die meisten leben in Gruppen beisammen.



1,1 m
260 kg

Tiger

Tiger sind nachtaktiv und verbergen sich zur Pirsch in dichtem Pflanzenwuchs am Boden. Eine beliebte Jagdmethode ist zudem Beute ins Wasser zu treiben, wo diese ertrinkt.

Tiergottheiten werden unter den Tigern als weiße Schneetiger geboren.



0,8 m
60 kg

Wolf

Wölfe jagen vorwiegend Rentier, Wildschweine und kleinere Tierarten, können aber nach tagelangem Ringen auch ein Rind erlegen. Da ihre Beutetiere nicht mit den Herden wandern, verbleiben auch sie oft in den Bergen.
Vor allem in Vollmondnächten hallt ihr Geheul über die Lande.



0,7 m
40 kg

Luchs

Luchse sind dämmerungsaktive Einzelgänger, die in den Wäldern alles von Mäusen bis Hirschen jagen und gelegentlich in den Steppen anzutreffen sind. Hierbei müssen sie sich etwa vor Wölfen in Acht nehmen.




6 m
6 t

Faultier

Riesenfaultiere bewegen sich überwiegend vierfüßig fort, können sich jedoch auch auf die Hinterbeine aufrichten, um im Geäst von Bäumen Nahrung zu suchen. Nachtaktiv leben sie in den sumpfigen Wäldern des Südens, wo sie sich von Pflanzen und Tieren ernähren und auch manchen erfahrenen Jäger töten.
Aquatische Faultiere (2 Meter, 200 kg) leben von Seegräsern und Seetang im flachen Wasser.



2 m
1 t

Auerochse

Auerochsen sind eher in Wäldern beheimatet und speisen dort vom Laub und den Sträuchern. Rinder sind ungemein ausdauernd und wehrhaft.



2,3 m
800 kg

Elch

Mit ihren langen Beinen vermögen die einzelgängerischen Elche Wölfen und Bären durchs Unterholz zu entkommen. Ihr kräftiger Rumpf speichert im Sommer angefressenen Fettvorrat, um den langen Winter zu kompensieren. Im Winter finden sie sich in lose Gruppen zusammen. Die Huftritte von Elchen sind tödlich und kaum abzuwehren.



2,5 m
200 kg

Riesenbiber

Riesenbiber erreichen Längen von über 2,5 Metern und leben großteils im Wasser, wo sie auch ihre Heime bauen.



0,8 m
60 kg

Wolf

Wölfe jagen vorwiegend Rentier, Wildschweine und kleinere Tierarten, können aber nach tagelangem Ringen auch ein Rind erlegen. Da ihre Beutetiere nicht mit den Herden wandern, verbleiben auch sie oft in den Bergen.
Vor allem in Vollmondnächten hallt ihr Geheul über die Lande.



0,7 m
40 kg

Luchs

Luchse sind dämmerungsaktive Einzelgänger, die in den Wäldern alles von Mäusen bis Hirschen jagen und gelegentlich in den Steppen anzutreffen sind. Hierbei müssen sie sich etwa vor Wölfen in Acht nehmen.



6 m
2 t

Wanderfisch

Die großen Wanderfische, der Stör, Lachs und die Forelle, leben im Meer, schwimmen zum Laichen jedoch die Flüsse hinauf. Der Stör ist im Frühjahr, Lachse und Forellen im Winter auch im Inland anzutreffen. Störe werden 6 m lang, 2 t schwer und 100 Jahre alt, Lachse 1,5 m lang und 20 kg schwer und Forellen 1,4 m lang und 50 kg schwer.



3 m
100 kg

Standfisch

Die großen Standfische, der Wels und der Hecht, leben in Ufernähe am Gewässerboden. Welse werden 3 bis 4 m lang und 40 bis 150 kg schwer, wobei kürzere mehr Masse aufweisen. Bei Bedrohung wehren sie sich mit kräftigen Bissen. Hechte werden 1,5 m lang und 20 kg schwer und sind als bissige Raubfische bekannt, die ein kurzes, gewaltsames Leben führen, während Welse sehr alt werden.




Warmsommerlande
Im Süden sind die Sommer etwa 20 °C warm und ermöglichen auch Laubwälder. Die kältesten Wintermonate fallen jedoch unter den Gefrierpunkt und führen bei Niederschlag zu Schneefällen.
Auch in den gewaltigen Wäldern im Süden wachsen die Bäume hoch und sind zum Teil Jahrtausende alt. Und auch dies sind unheimliche Orte, die kaum Tageslicht zulassen und nach nur wenigen Minuten die Orientierung rauben, während zugleich die Vegetation am Boden jedes Vorankommen erschwert.
In den weiten Graslanden befinden sich zur Winterzeit die großen Herden des Nordens. Aber auch im Sommer ist hier eine reichhaltige Tierwelt anzutreffen.


4 m
12 t

Südelefant

Hauerelefantenbullen erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 4 m und ein Gewicht von bis zu 12 t, während Kühe bis zu 3 m hoch werden und 6 t erreichen. Sie leben in den Wäldern des Südens



2,2 m
1,2 t

Waldkönig

Bei einer Schulterhöhe von 2,2 Metern türmt der schwere Kopf dieser Giraffe bis zu 3 Meter in die Höhe, wo sie mit ihrer langen Zunge Blätter von den Ästen streift. Die großen Hörner und Stirnzapfen männlicher Tiere sind mit Fell umkleidet.



1,7 m
1 t

Höhlenbär

Höhlenbären sind Einzelgänger und aufgerichtet bis zu 3,4 m hoch. In Laubwäldern beheimatet hält der Höhlenbär Winterschlaf und ernährt sich vorwiegend von Pflanzen. Ein einziger Tatzenschlag oder Biss erweist sich für Humanoide als tödlich.



7 m lang
1 t

Waran

Als Lauerjäger fallen Warane ihre Beute aus dem Hinterhalt an und ernähren sich auch von Aas. Von ihnen gebissene Beutetiere sterben nach kurzer Zeit am Gift und können schließlich von den Waranen gewittert und gefunden werden.

Die Wintermonate überdauern sie in unterirdischen Bauten, wo sie auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt überstehen.



1,1 m
350 kg

Wildschwein

Wildschweine leben meist in den Wäldern in Rotten beisammen.



1,5 m
150 kg

Hirsch

Im Süden erreichen Hirsche wie im Norden eine Schulterhöhe von 1,5 Metern, jedoch nur etwa 150 bis 200 kg, wobei Bullen stets schwerer werden als Hirschkühe. Während der Brunft werden von ihnen laute Rufe vernommen. Die meisten leben in Gruppen beisammen.



65 cm
90 kg

Leopard

Leoparden sind anpassungsfähige Einzelgänger, die in dichten Waldregionen beheimatet sind und hervorragend klettern können. Bevorzugte Nahrung sind Säugetiere bis 50 kg, die er mit Schleich- oder Lauerjagd erbeutet.

Tiergottheiten werden unter den Leoparden als schwarze Panther geboren.



0,8 m
60 kg

Wolf

Wölfe jagen vorwiegend Rentier, Wildschweine und kleinere Tierarten, können aber nach tagelangem Ringen auch ein Rind erlegen. Da ihre Beutetiere nicht mit den Herden wandern, verbleiben auch sie oft in den Bergen.
Vor allem in Vollmondnächten hallt ihr Geheul über die Lande.




1,8 m
1 t

Langhals

Langhälse mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,8 m leben in den Savannen und Feuchtgebieten des Südens und ernähren sich von Laub wie auch Gras.

In den Hochgebirgen sind kleine Herden wilder Lamas verbreitet. Sie erreichen eine Schulterhöhe von 1,2 Metern und 150 kg und ernähren sich von Kräutern, Gräsern, Sträuchern, Flechten und Blättern.



7 m lang
1 t

Waran

Als Lauerjäger fallen Warane ihre Beute aus dem Hinterhalt an und ernähren sich auch von Aas. Von ihnen gebissene Beutetiere sterben nach kurzer Zeit am Gift und können schließlich von den Waranen gewittert und gefunden werden.

Die Wintermonate überdauern sie in unterirdischen Bauten, wo sie auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt überstehen.



1,4 m
270 kg

Gnu

Gnus leben in großen Herden im offenen Grasland.



1 m
150 kg

Schaf / Ziege

Steinböcke und Ziegen erreichen eine Schulterhöhe von 1 m und ein Gewicht von 150 kg.

Mufflon-Schafe erreichen eine Schulterhöhe von 90 cm und ein Gewicht von 50 kg.

Sie alle leben in den hohen Gebirgen von Kräutern und Gräsern.



1 m
100 kg

Gepard

Die großen Geparde jagen vorwiegend in offenem Grasland und im Einzugsgebiet der Flüsse Antilopen und Pferde. Sie pirschen sich an ihre Beute heran, ehe sie in einen schnellen Sprint verfallen und gefangene Beute mit Nackenbiss langsam ersticken.

Tiergottheiten werden unter Geparden als Königsgeparden mit schwarzen Rückenstreifen geboren.



70 cm
70 kg

Schneeleopard

Schneeleoparden sind Einzelgänger mit langem weißen Fell, die vor allem in unwegsamen Gebirgen heimisch sind. Hier jagen sie vorwiegend Schafe, Ziegen, Steinböcke, Lamas und Wildschweine. An ihre Beute prischen sie sich heran, ehe sie diese bis zu 14 Meter weit anspringen.



0,7 m
70 kg

Gazelle

Saigas erreichen eine Schulterhöhe von 70 cm und ein Gewicht von 70 kg, Gazellen erreichen eine Schulterhöhe von 80 cm und ein Gewicht von 40 kg. Sie leben in flachen, weiten Steppen in Herden von bis zu 40 Tieren beisammen, bilden zu den Jahreswanderungen aber auch Wanderherden mit Tausenden Tieren.



3 m
20 kg

Rock

Riesenadler können bis zu 20 kg wiegen und haben eine Spannweite von 3 m. Manchmal verschleppen sie auch Humanoide als Beute.




1,5 m
1,5 t

Pfeilzahn

Die Augen und Nüstern der Pfeilzähne liegen hoch am Kopf, sodass sie halb-aquatisch leben können. Sie verbringen den Großteil des Tages im Wasser und gehen in der Nacht für die Nahrungssuche an Land.



6 m lang
1 t

Krokodil

Krokodile erreichen meist 5 m und 250 kg, wachsen jedoch ihr gesamtes Leben lang und können so größer werden. Sie springen aus dem Wasser und ertränken ihre Beute oder drehen sich um ihre eigene Achse, um sie von den Beinen zu reißen, tauchen eine Stunde und kommen ein Jahr ohne Nahrung aus. Im Süßwasser beheimatet überqueren sie auch die Meere.



4 m
100 kg

Würgeschlange

Würgeschlangen sind in den Wäldern und Graslanden in Nähe der Gewässer verbreitet. Im Geäst oder Wasser lauert die Schlange, bevor sie ihre Beute blitzschnell packt, umschlingt und bis über eine Stunde würgt, ehe sie verschlungen und über Wochen verdaut wird. Die Wintermonate überdauern sie in unterirdischen Bauten, wo sie auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt überstehen.



1 m
100 kg

Gepard

Die großen Geparde jagen vorwiegend in offenem Grasland und im Einzugsgebiet der Flüsse Antilopen und Pferde. Sie pirschen sich an ihre Beute heran, ehe sie in einen schnellen Spring verfallen und gefangene Beute mit Nackenbiss langsam ersticken.

Tiergottheiten werden unter Geparden als Königsgeparden mit schwarzen Rückenstreifen geboren.



1,5 m
40 kg

Seeotter

Seeotter sind die größten Marder und leben vorwiegend in den Tangwäldern der Meeresküsten. Im Treibeis hingegen sind sie nicht anzutreffen. Manchmal brechen sie Muscheln mit Steinen auf, fesseln Krabben mit Seetangsträngen oder machen Jagd auf Wasservögel. Zum Schlaf umwickeln sie sich mit Seetang, um nicht abgetrieben zu werden.



3 m
20 kg

Rock

Riesenadler können bis zu 20 kg wiegen und haben eine Spannweite von 3 m. Manchmal verschleppen sie auch Humanoide als Beute.



6 m
2 t

Wanderfisch

Die großen Wanderfische, der Stör, Lachs und die Forelle, leben im Meer, schwimmen zum Laichen jedoch die Flüsse hinauf. Der Stör ist im Frühjahr, Lachse und Forellen im Winter auch im Inland anzutreffen. Störe werden 6 m lang, 2 t schwer und 100 Jahre alt, Lachse 1,5 m lang und 20 kg schwer und Forellen 1,4 m lang und 50 kg schwer.



3 m
100 kg

Standfisch

Die großen Standfische, der Wels und der Hecht, leben in Ufernähe am Gewässerboden. Welse werden 3 bis 4 m lang und 40 bis 150 kg schwer, wobei kürzere mehr Masse aufweisen. Bei Bedrohung wehren sie sich mit kräftigen Bissen. Hechte werden 1,5 m lang und 20 kg schwer und sind als bissige Raubfische bekannt, die ein kurzes, gewaltsames Leben führen, während Welse sehr alt werden.

Schiffsbau
Langboot
Bootsbau


Arachnenseide
Weben


Schuppenkleid
Knochennadel
Handspindel, Ahle
Tangbekleidung


Reiterei
Oreichalkos
Rauchgerbung
Hirngerbung
Unterseegerbung


Speichenrad
Holzrad
Schlitten
Schleife


Bronzeguss
Holzverarbeitung
Verbundwerkzeug
Kaltlandwerk


Zyklopenmauern
Keramikglasur
Kupferguss
Elementarmetalle


Felsenheim
Steinbruch
Megalithbauwerke
Steinverarbeitung
Steinschmiede


Ziegelbrennerei
Stampflehmbau
Lehmziegel
Korbflechten
Werkzeug


Lehmöfen
Töpferei
Feuerstätten


Zeit der ersten Sonne
Geboren auf den alten Schiffen aus den verlorenen Tiefen kannten wir um uns nur weites Meer, das immerzornig gegen die Flanken schlug, den kalten Wind, der unaufhörlich an unserer Haut zerrte, über uns nur finstere Wolkendecke, die immergrollend mit ihren Blitzen schlug. Doch fern der wankenden Welt erhob sich uns späten Kindern der Schiffsbauer der Horizont, ein grauer Baum aus den schwarzen Untiefen in die flackernden Unhöhen, sich räkelnd, langsam und gemächlich, weise und bedächtig, träumend und noch nicht erwacht. Hier war der alten Riesin ein Licht erstrahlt, ein Herz in roter Glut, das unsere Schiffe rief aus allen Meeren. Es wuchs nicht nur, da wir ihm näher kamen, brannte sich seinen Weg hinauf durch Stamm und Rinde, und entzündete die Krone. Laut schrie sie auf, als der Feuervogel sich erhob, brannte hernieder und ließ im großen Feuer Fels und Asche regnen über das hungrig Meer. Trost schenkten unserer Schiffe Bannsängerinnen dem sterbend Kind, als ihr Gesang es zurück in den Schlaf wiegte. Aus der niedergehenden Asche entstieg zögerlich das karge Land, in dessen Fels sich die Spiegel aus schwarzem Glas befanden. Als der graue Regen lag und der Bernsteinvogel durch den dunklen Schleier auf das Land blickte, wuchsen aus des Baumes Asche zahllos seine Kinder, tausendäugig und von dunkler Rinde, die Schwarzeiben, und blickten zurück.

~ Die erste Reise, Norn
Sternenkleid
·Schwarze Federn kleideten den alten Wanderer, der den Vater bezwang. Gesehen ward er auf Rabenbein stolzierend, mit acht Augen über schwarzem Schnabel blickend, und mit Vogelkrallen an sechs Armen auflesend, als er aus der falschen Höhle schritt und alle blickend Vögel aufschraken. Nicht Rabe noch Weberin verschmähten ihn seine Väter, sodass wir Schwestern ihn lehrten. Doch wob er mit unserer Kunst das Schicksal des Vogelvaters, spielte auf der großen Harfe die Echos der sterbenden Baummutter und zwang ihn in den Schlaf. Hier zerriss er den Himmelsvogel, aus seinen Federn das Sternenkleid über die Geisterpfade zu weben. Das Phoenixei aber trug er durch Geisterpforten ins Land der Schlangen im großen Meer. So ward aus dem Geist ein Gott, und schwarze Vögel kamen vom schlafenden Wald herab, um von seinem Werk zu berichten, und brachten die Saat der alten Bäume hinab ins Schlangenland.·

~ Schicksalsaugen, Erl
Traumwald
"Endlos erstreckte sich der lauernde Wald, gebrochen nur von hohem Fels und schwarzen Tümpeln. Von den steinernen Anhöhen aus zürnten stolze Greifen, in den Wurzeln wachten geduldige Weberinnen, aus dem Geäst blickten wissbegierige Aschevögel, alte Raben, und immer, wenn die Tümpel ruhten, lauerten hungrige Najaden. Doch wenn die tausendäugig Bäume schliefen, wanderten durch den lauernd Wald wir Dryaden auf unserer Erinnerung entnommen alten Pfaden, welche unsere Mutter, die wir nie sahen, uns mit ihren Wurzeln dereinst zog."

~ Geisterpfade, Ur
Wurzelwelt
"Seit dem Tag, an dem die lange Nacht began, brannte am Ende jedes unserer alten Pfade ein kaltes Feuer in den finstren Tümpeln, am Anfang aller Pfade aber der große Sternenriss, an dem die Mutter stand. So trugen auch wir auf unseren Wanderungen unser Licht zum Gestirn. Hier aber fanden wir im Wasser das tote Land, tief unter dem endlosen Wald, und in den Sternen die Pforten dorthin. Und dort sahen wir, dass ihre Wurzeln einst nicht im alten Wald endeten, sondern von deren Gipfeln und hohen Hügeln aus auch die zweite Welt durchzogen."

~ Himmelspforten, Ur
Zeit der zweiten Sonne
Bebend erbrannte das starre Land, als das Ei barst und die gläserne Erde sich zu Fluten ergoss. Die schlafenden Schlangen, einst Najaden geboren, krochen abermals durch den Schlamm, einander und Meereswesen zu verschlingen. Auch erwachte die schlafende Saat und überzog das Land mit Pflanzenwuchs, welcher Nahrung bot für Vögel des Himmels und den gehörnten Herden, die einst von unseren Schiffen den Najaden geopfert im Land der Schlangen überdauerten. All dies gedeihte unter den Schwingen des Bernsteinvogels, der abermals die Nacht entzündete und mit seinem Flug den Tag bringen sollte. Doch weckte des Vogels Schrei auch den Traumwald zwischen den Sternen, der hungrig blickte auf die Welt darunter. So stürzten die Greifen vom Himmelswald herab, ihn nie wieder zu betreten. Auch unsere Schiffe sanken auf die Welt hernieder, sie zu bevölkern mit unserart. Einzig das Schiff der Jägerin, dem sich stets alle Meere beugten, verblieb die Walde zu bereisen Tag und Nacht.

~ Das alte Land, Norn
Tiefenlicht
·Drei Städte auf ihren Reisen spenden Licht dem endlosen Schlund. Die älteste ist das Schiff der Jägerin, dem sich alle Meere beugen. Die zweite ist das hohe Licht, zu dem alle Geisterpfade führen, an dem die träumende Königin ruht. Die dritte bereist auf dem Rücken des Bernsteinvogels die Welt, so nah an seinem Feuerkleid umhüllt von gerötetem Licht. Und von beiden Seiten der trügerischen Wellen leuchten sie herab in die Tiefenwelt. Hierhin ziehen junge Miragen aus den Spiegeln, um dort in den Herzen Fremder zu erwachsen und mit ihnen in den Wald zurückzukehren. Hierhin stürzen Phantasmen aus dem Geäst, um die Geister Träumender in den Wald zu entführen und ihre Herkunft vergessen zu machen. Und hier wandern die Miasmen, ihren Schwermut über die dort Lebenden zu legen, und das Ende ihrer Pfade zu erkunden.·

~ Die gelogene Welt, Erl
Geister sind das erwachte Bewusstsein eines weltlichen Äquivalentes, etwa eines Lebewesens oder abstrakteren Konzeptes. So wie Lebewesen oft im frühen Kindesalter Erinnerungen sammeln und ein Bewusstsein entwickeln können, erwacht auch manch altem Gewässer, Gewächs, Wald oder einer Herde ein Naturgeist, sowie alten Gegenständen und Gebilden, wie Schiffen, Bögen und Städten ein Kulturgeist. Mit Art des Äquivalentes gehen für den Geist Fähigkeiten und Pflichten einher.

Das Erwachen eines Geistes geht nur langsam vonstatten, und oft erinnern sich die Geister früherer Ereignisse nur gleich einer fernen Kindheit, bruchstückhaft und an einschneidenden Momenten am klarsten. Zum Traum verlassen Geister ihr weltliches Äquivalent und streifen in der astralen Anderswelt umher, wirken mit ihrer Anwesenheit aber bereits auf die Dieswelt und können derart wahrgenommen werden.

Bei Beschädigung ihres Äquivalentes werden Geister schwächer und verenden mit dessen Zerstörung. Diesem Schicksal vermögen einige jedoch zu entkommen, indem sie sich durch Besetzen geeigneter Behältnisse oder durch Geburt eine neue sterbliche Hülle aneignen. Meist ist der Verlust des Äquivalentes jedoch ein traumatisches Ereignis, das Erinnerungen und Charakter des Bewusstseins beschädigt. Zur Wiedergeburt fähige Geister sind als Gottheiten, zur Besetzung fähige als Dämonen bekannt.
Mittjahreskind
Zu Mittwinter und Mittsommer geborene Kinder haben eine natürliche Begabung Nornhexereien zu erlernen.

Drittes Auge
Ein drittes Auge auf der Stirn erlaubt Geister zu sehen.
Mehrlingskind
Als Mehrlinge geborene Kinder haben eine natürliche Begabung Erlhexereien zu erlernen.

Mehrlingsleid
Starke Gefühlsregungen werden den übrigen Mehrlingen zuteil.
Mondkind
Zu einer Mondfinsternis geborene Kinder haben eine natürliche Begabung Urhexereien zu erlernen.

Krallenwuchs
Mondkindern wachsen Krallen anstelle der Finger- und Zehennägel.
 .: Ein neuer Morgen [Abenteuer]
Seiten 1 | 2
Bearbeitet am 29.07.2016, 03:37
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Eru

An der Stelle folgt die Centaurenhexe Izar dem blauen Stern widerwillig auch in Sigruns Wald hinein. Am Waldesrand hatte sie sich von einem Geist der Steppen getrennt und fand im Walde einen des Winters, der ihr dort eine Lichtung zeigte. Gemeinsam tanzten sie unter einem Omen in den Wolken, bis ein Troll aus dem Boden stieg und das Eis unter ihnen brach. Mühvoll gelangte Izar an eine Scholle geklammert bis ans Seeufer, an welchem sie frierend ihr Bewusstsein verlor und ihre Seele in die Traumwelt entstieg, der Totenpforte nahe..


Die verlorenen Rollenspielpassagen an dieser Stelle wurden noch nicht wiederentdeckt.

Bearbeitet am 30.09.2015, 15:36
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Eru

Unbeirrt tänzelte der Geist weiter, als sie seine Hilfe ersuchte, sprang fort und ließ sie in ihrer Panik zurück, allein auf ihrer schwimmenden Insel. Wenig regte sich, als sie ins Wasser einbrach. Mit tosendem Lärm verschlangen die Sturmwehen ihren Schrei und ihren Fall, so wie die kalten Wasser drohten ihren Körper in dumpfer Taubheit zu verschlingen. So waren ihr für einen Augenblick einzig die Lichter am Himmel geblieben, bis ein großer schatten über Izar hinfort schwamm und sie für einen Augenblick auch dieser beraubte. Verloren fiel sie immer weiter in die Tiefe. Bis sie sich erneut entschloss dem Stern zu folgen.

Wenig nur sah sie von dem Geschehen um sich herum, als sie sich wieder an der Oberfläche und dann weiter voran zum Ufer kämpfte und kaum dass sie den Schnee vor sich sah, fiel sie hernieder, lag frierend darin und vergaß bereits darum, drohte der Welt zu entschlafen, erneut hinabzufallen in eine Finsternis. Doch diesmal zu Lande, wo sie ihres Atems nicht beraubt war und Allvaters Winde sie erreichen würden.

Enttäuschung verriet des Winterwesens Antlitz, traurig wurden die großen Augen und er setzte sich hernieder, um Izar von einer Scholle aus im Auge zu behalten. Eine Weile wartete er darauf, dass sie erwachen und ihm erneut folgen würde, doch als absehbar wurde, dass dies nicht mehr geschah, kam auch er zum Ufer. Dort umkreiste er sie, bis die Runen abermals erzitterten und er abermals davor zurückwich. Mehrmals versuchte er sich ihr aus unterschiedlichen Richtungen zu nähern und ward doch stets vertrieben, bis er zuletzt fauchend seine Zähne zeigte. Entschlossener nahm er nun Anlauf, sprang ihr entgegen und stärker zitterten die Runengebilde, schlugen wie in leisem Donnerhall und warfen ihn wieder zurück, worauf er erneut fauchte, zorniger ward, als hätten sie ihn beraubt. Grausig schien sein Antlitz nun, da er seinen Willen nicht bekam, und so schlich er weiter um sie herum und suchte einen Weg an den Zeichen vorbei.
Da brach aus dem Sturme ein Engel über ihnen herein, trat bei der Landung mit Füßen den Wintergeist hinfort und fiel ob der Schwere seiner schwarz gefiederten Schwingen sogleich selbst hernieder, sodass er sich mit den Händen auffangen musste. So richtete er sich schnell wieder auf, um dem Geiste mit aufgespanntem Gefieder zu drohen und diesen, unterwürfig und bange vor Angst, hinfortzujagen. Schließlich blickte der Traumbringer streng, dann traurig auf die Centaurin, neigte sich zu ihr hernieder und legte einen Flügel schützend über ihren Leib. So verblieb Allvaters Geist, als er die heiligen Flüsterlieder sang, die Izars Seele fort trugen, aus der dumpfen Finsternis bis hinauf zu den Sternen..

~ Traumwelt ~


Dort fand sie sich wieder, als die Dunkelheit um sie herum Gestalt annahm. Im dunklen Sternenwald erwacht, in der Welt der Träume, doch nicht im Traume, sang ihr ein Rabe, wohl bekannt, als hieße er sie willkommen. Finster waren Himmel wie auch Erde, doch gab es auch ein trübes Licht hinter ihr, in der Ferne, in dessen Schein sich schwarz die Bäume rankten, und das ihr erlaubte hervorzutreten aus dem dunklen Wald. Dort lag ihr Stern, Izar, inmitten eines schwarzen Tümpels und umgab alles Geäst darum mit dem einzig Schein. Tief in den schwarzen Walden würden noch mehr Lichter ruhen, zahllose weitere Sterne, hell strahlend wie das Nordaug, aber auch zart und düster wie der blaue Schein. Doch hier gab es nur diesen. Und das Sternenkind, das von der anderen Seite aus dem dunklen Walde zu ihr herüber blickte und in der Finsternis verborgen kaum gesehen ward.
Eine dämmrige Ruhe ging von diesem Ort aus und auch das Gestirn schien davon eingenommen zu erblassen, als könnte es spüren, dass das Leben aus Izar entschwand und als würde es ihr Leid teilen, sie ein Stück noch begleiten..

Da war ein Funken weiß, der durch die Lüfte glitt und seinen Weg zu ihnen fand. Eine Schneeflocke, wie es sie hier nicht gab, flog ihr entgegen, gefolgt von weiteren, die von einem neuen Lichte kamen. Wie durch ein Fenster war nun zwischen zwei schwarzen Bäumen der verschneite Wald zu sehen, dem sie entschlafen war. Ruhig lag er da, kaum ein Wind wehte und die Mittagssonne schien darüber. Ein brauner Adler flog darin am Himmel und sein Schrei klang durch die Pforte, aus dem Wald in den Walde, und es war, als würde der Traum mit der kühlen Luft, den Schneeflocken, dem Klang, dem Lichte und der zarten Wärme bereits nach der Centaurin greifen.

Bearbeitet am 30.09.2015, 15:35
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Izar war sich nicht sicher, ob dies wirklich ein Traum war oder ob sie bereits tot war. Die Kälte hatte sich verflüchtigt und einer angenehmen Wärme Platz gemacht, die sich von Innen in ihrem Körper auszubreiten schien.
Sie fühlte sich, als würde sie schweben und viele schillernde Lichter sie umgeben.
Trotzdem schien diese Welt nicht greifbar zu sein und war wie von einem Nebelvorhang verdeckt, so dass sie sich später nicht würde daran erinnern können.
Nach einem kurzen Moment, der der Centaurin wie eine zeitlose Ewigkeit vorkam, begann sich die Wirklichkeit um sie herum zu verändern.

Plötzlich war sie umgeben von weißen Schneeflocken, welche sie umtanzten und umwirbelten.
Auch die Umgebung nahm langsam Gestalt an und vor Izar begann sich ein Wald auszubreiten.
Die Sonne schien über den Baumwipfeln und ließ den Schnee in allen Farben glitzern.
Ein Adler flog über den Himmel und die junge Frau bekam Gänsehaut, als sie den durchdringenden Schrei vernahm.
Einen Moment kreiste der gewaltige Vogel über ihrem Haupt, dann flog er davon, über die Weite des Waldes hinfort.
Izar hielt ihr Gesicht der Sonne entgegen und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf Haut und Fell.
War dies das Paradies? Es war wunderschön, doch die Centaurin, welche die Steppe liebte, hätte eine weite Ebene gegenüber dem schneebedeckten Wald bevorzugt.

Schließlich beschloss sie, dass sie nicht hier bleiben wollte und folgte der Richtung des Adlers unter das Dach der Bäume. Es war ruhig hier und der Schnee verschluckte die Geräusche wie Watte.
Nachdem sie ein Stück gelaufen war und die kristallenen Eiszapfen an den Ästen bestaunte, sah sie plötzlich in einiger Entfernung Abdrücke im Schnee. Sie kamen von ihrer linken Seite und schnitten ihren Weg. Sie erinnerten die Centaurin an Bärenpranken, die tief in den Schnee einsanken. Da sie Respekt vor diesen kräftigen Tieren hatte, wollte sie dem Wesen nicht folgen, womöglich war es ihr nicht gut gesonnen.
So setzte sie ihren Weg fort.

Doch bald blieb Izar wieder stehen, denn eine neue, frische Spur zog sich durch den Schnee und schien das gleiche Ziel zu haben wie das Bärenwesen. Als sie genauer hinschaute, erkannte sie, dass es zwei verschiedene Abdrücke waren. Die einefährte gehörte wohl zu einer menschlichen Gestalt, die andere zu einem pferdeähnlichen Wesen.

Einen Augenblick zögerte Izar, dann folgte sie mit leisen Tritten der Spur, denn sie war neugierig, wohin diese Waldbewohner gelockt wurden. Sie sah imer wieder neue Fährten und folgte ihnen weiter in den Wald hinein.

Plötzlich hörte sie in einiger Entfernung ein leises Summen, das von sanften Klängen begleitet wurde. Neugierig näherte sich Izar, angelockt durch die süßen Töne. Vor ihr öffneten sich die Bäume und gaben einen atemberaubenden Anblick frei, der der Centaurin den Atem stocken ließ. Abermals fragte sie sich, ob sie träumte oder bereits im Reich der Toten gelandet sei.

Bearbeitet am 30.09.2015, 15:35
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Weiße Raben, zahllos, unendlich, ein Himmel bedeckt von ihrem Federkleid. Und aus dem ewigen Hall ihrer Rufe wurde das Wispern der Böen, beruhigte sich erst mit dem Aufstieg des Phoenixauges. Flockenweiß, wie kleine Feen Lichterpunkten gleich, begleitete der Schnee in dem ewigen Reigen des Winters die frischen Morgendwinde gen Erde, als der junge Rabenhexer dem Schlaf entstieg und seine Augen der Welt öffnete.
Auf dem Himmelshell, nach dem Schwarz geschlossener Lider, schwebte der dunklen Perle auf seiner Stirn noch für einen Augenblick der blasse Nachhal einer Erinnerung vor. Eine Silhouette, ein Umriss aus Rabenfedern, eine ferne Wahrheit. ‚Sua Io Ue.’ Und es war verschwunden, wieder verborgen im Geiste des jungen Mannes, der vielleicht noch zu unerfahren auf den Pfaden der Hexerei war. Doch die Worte waren nicht verloren und jene Begegnung mit dem Engel des Allvaters sollte auch nicht vergessen sein. Sie war nur, wie vieles aus der Anderswelt, mit sterblichem Geiste nicht mühelos zu halten.

Nachdem Kjerand früh an diesem Morgen erwacht war, setzte er ohne große Verzögerung seine Reise fort. Hätte er noch einen der wölfe als Reittier gehabt, wäre er vermutlich eher in Sigruns Hall angekommen, doch auf sich alleine gestellt und alleine mit seinem schweren Gepäck würde der Seher sein Ziel nicht vor der Abenddämmerung erreichen.
Den weiten Ebenen folgte bald, aus der Entfernung erwachsend als schier grenzenlose Mauer am Horizont, dann stets größer werdend, der Eingang zum Wald. Nach dem endlosen, windgepeitschten Weiß der Felder, war die einnehmende Ruhe unter den mächtigen Kronen beängstigend und beruhigend zugleich. Ehrfurchtsvoll begab sich Kjerand durch den Wald, vorbei an Wesen diesseits und jenseits sterblicher Wahrnehmung. Würde ihm nicht die Bürde der Zeit auf dem Rücken lasten, hätte er diesen Ausflug in die Welt des Nadelholzes gewiss mehr Aufmerksamkeit und Muße gewidet, doch das Vertrauen des roten Stammes war dem Seher von großer Bedeutung. So sah er sich mit allen Augen um, horchte mit gefiederten Ohren, doch blieb niemals stehen, als seine Runen ihm die Anwesenheit der Waldgeister verrieten.

So wie der Schnee unter seinen fellbedeckten Stiefeln knarzte, ächzte der Rücken des Sehers bald unter dem Gewicht seines Reisegepäcks. Aber zuversichtlich, sein Ziel noch vor der Nacht zu erreichen, hielt er seine Pausen kurz und seine Schritte stramm. Schließlich war von Fern her eine Melodie zu hören und nicht viel später erhob sich, wie in einer Lichtung, Sigruns Hall unter hohen Nadelbäumen.
Es war ein beeindruckender Anblick. ‚Das ist also das Leben der Menschen von Sigruns Hall.’ Es war so vollkommen anders als das Leben im roten Stamm, oder aller anderen Gesellschaften, die er bisher besucht hatte. Und es war ein Unterschied, ob man nur davon gehört hatte, oder ob man es mit seinen eigenen Augen erblickte.

Die Melodie, welche er zuvor gehört hatte, entstammte der Flöte eines Fauns, der unweit der Halle an einer erloschenen Feuerstelle saß. Das dunkle Rabenauge auf Kjerands Stirn offenbarte die Anwesenheit weiterer, die um den Faun versammelt waren, und den Klängen seiner Musik lauschten. Und da war sie wieder. Die Traumtochter, in ihrer zarten Anmut und ihrem Rabengewand.
Vielleicht hatte der Faun bemerkt, wie der Fremde dort ins Nichts starrte, oder vielleicht spürte er, dass der Neuankömmling nicht blind war für seine Freunde, denn er sah zu ihm und erhob sich alsbald.

Die Bewohner von Sigruns Hall schienen herzlich, aber bestimmt. Nachdem Kjerand willkommen geheißen wurde und ihnen den Grund für seinen Besuch kundgetan hatte, erfuhr er, dass es heute bereits zu spät war, um seinen Geschäften nachzugehen. Er würde warten müssen, sagten sie, denn die Person, mit der er sprechen wollte, war gegenwärtig nicht anzutreffen.
Trotzdem erleichtert bereits angekommen zu sein, und erschöpft von seiner Reise, nutzte der Seher die Zeit, um seine müden Füße auszuruhen und bei einem gemeinschaftlichen Essen wieder zu Kräften zu kommen.

Der Abend war noch immer sehr jung, als Kjerand nach einem kleinen Spaziergang im Wald, etwas abseits der Halle, auf einem umgestürzten Baumstamm sitzend, seinen Blick gedankenverloren umherschweifen ließ.
Flügelschlagen. Ein Rabe war vor dem morschen Stumpf seines Ruheplatzes gelandet. Es war ein beachtliches Exemplar, ein großer Vogel mit dunklem Federkleid.
Flügelschlagen. Ein zweiter Rabe hatte sich zu ihm gesellt. Es musste hier viele Raben geben, Kjerand erinnerte sich, bei seiner Aknunft eine ganze Gruppe von ihnen vor der Halle gesehen zu haben.
Flügelschlagen, ein Krächzen. Weitere Raben versammelten sich um ihn. Und nicht nur das. Je mehr Raben sich von den Kronen der hohen Bäume ringsherum niederließen, umso eindeutiger wurde es. Sie starrten ihn an. Unzählige Paare tiefschwarzer Augen sahen ihn an.
Nein.
Sie sahen in ihn hinein.
Kjerand starrte zurück. Sein eigenes Rabenauge erbickte den Schwarm der schwarzen Vögel, und die Reflektion ihrer Perlen war wie ein Sternenhimmel in seinem dunklen Auge. Um ihn herum war es still geworden, alle Geräusche schienen verschwunden und Sigruns Hall war wie in weite Ferne gerückt. Nur das Krähen und Krächzen der Boten des Allvaters war in seinen Ohren zu hören, und es wurde lauter, lauter und eindringlicher.

Bearbeitet am 30.09.2015, 15:37
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~ Sigruns Hall ~


Freundlich waren die Gesichtszüge des Fauns, als sei es ihrer Art geschuldet, und doch zeigte das seine darüber hinaus eine offensichtliche Freude über den Neuankömmling. Helle, kräftige Brauntöne zogen sich durch dessen Fell, doch konnte man darüber hinaus kaum eine Aussage über sein Alter treffen. Ein leichter Wind ließ die dunklen Federn an den Widderhörnern tanzen, während auch die meisten Geister sich unter dem lauten Aufschrei aller Raben erhoben und fortschritten in die Wälder, der bleiche Wanderer fort von Kjerand, die zierlich Baumgestalt mit grünlich Haut und schwarzen Perlenaugen wie dem seinen ihm entgegen, doch letztlich fort. Einzig das Hirschkopfwesen verweilte und schaute Kjerand lang noch hinterher.

Wortlos zunächst kam der Faun dem Seher, auf seinen Stab gestützt und einen lahmen Huf hinter sich her ziehend, einige Schritte entgegen und grüßte ihn dann mit heisrer Stimme in albischem Worte, merkte jedoch schnell, dass dieser der alten Zunge nicht mächtig war. Die Hand mit der Flöte über die eigene Brust gelegt sprach er schließlich „Thana-eel“ und führte sie dann zu Kjerands. Bald schon gingen sie schließlich zum Tore und den zwei Mannen davor. Aus dunkelbraunem Pelz war ihnen der Mantel, leichte Lanzen trugen sie, ein langes Horn am Gurte, braune Malereien im Gesicht und die Geweihe junger Hirsche zierten deren Haupthaar, dass ihnen lang und dunkel fiel, und groß waren ihnen die Augen, als sie des Sehers drittes sah'n. „Lange riefen schon die Raben..“ - „Allvaters Kind!“„Verzeiht!“, so neigten sie die Häupter, „Unsere Herrin ist mit den Jägern fort, und auch für die Festlichkeiten heut' Abend sind wir noch nicht bereit, doch wird die Älteste euch gern empfangen und ist es uns eine Ehre Euch zu Gast zu sehn!“. So öffneten sie die Pforte und ließen die beiden hinein.

Das Innere der Halle war reich an Schnitzereien, Wärme und an Düften gebrannter Nüsse und Pilze. Sie war von mehreren Feuern hell erleuchtet, von mächtigen Säulen getragen und mancherorts von dickem Wurzelwerk des alten Stammes durchzogen, welches die Haupthalle von kleineren Räumlichkeiten abschirmte. Ins Herz des toten Baumstammes aber war ein Thron geschnitzt, auf dem niemand saß. Überall hingen Kräuter von den Balken herab, überall sah man noch Beutetiere oder Jagdtrophäen, und auch Jagdwaffen an den Wänden; Köpfe von großen Bären, Rindern, Keilern und Wölfen, aber auch zahllose Kleintiere wie Füchse und Hasen, auf die der rote Stamm keine Jagd machte.
Zu beiden Seiten standen und saßen Menschen, die einen leichten Gelbton in ihrer Haut hatten, sodass deren Gesichter einen Hauch wärmer erschienen, als die der Menschen vom roten Stamme. Die meisten waren wohl mit den Vorbereitungen für die Samhainnacht beschäftigt, viele bereiteten Speisen, schmückten einander mit brauner Farbe, flochten Haar und zierten die Halle, einige wuschen einen großen Kessel voll Bilder und Symbolen, andere waren an Harfen zugange. Bald schon waren sie alle verstummt und hatten sich die ersten erhoben, um den eingetroffenen Hexer besser sehen zu können. Niemand von ihnen trug Hörner am Gurte oder Hirschgeweihe im Haar und die Menschen des Stammes waren auch bei weitem nicht so zahlreich wie jene von den weißen Feldern. Wortlos wies der Faun Kjerand, geradeaus zu gehen, bevor er selbst ihm von der Seite wich.

Alt kam schließlich eine Frau, von anderen Älteren begleitet, am Fuß des Thrones zu ihm heran und durchblickt ihn mit erblasstem Aug. Eine Weile schaute sie zu ihm herauf und erwartete, was er zu sagen hatte, bevor sie selbst dann ihre Hand an seine Wange hob und zu ihm sprach: „Kjerand, Rabenaug'!“, Stille. Die Worte klangen anders, die Sprache gewandelt. Sanfter, als Kjerand es vom roten Stamm gewohnt war, als wollten die Menschen hier es den Alben gleich machen. „Die Raben haben von dir gesungen! Noch nie, nie warn so viele hier gesehn!“. Voll Gutmut und Glück war ihr Gesicht, als sie mit ihren Händen die seinen nahm. - „Sigrun aber ist fort,“, sprach sie, als sei dies jedoch etwas Trauriges, „fort mit den Söhnen und Töchtern der Wälder. Doch noch eh' die Sonn' sich neigt, eh' die Geister schlafen, werden sie wieder in unserer Mitte sein!“. Mit einem Händedruck bekräftigte sie ihr Versprechen. „Komm, komm Kjerand! Rast'! Leg die schweren Taschen ab und speis' mit uns!“. So führte sie ihn zwischen den Wurzeln zu einer kleinen, dunklen Schlafstätte an der Außenwand, über deren Durchgang eine Decke hing und die ihm Felle zum Ruhen und eine Ecke für sein Habe bot.

Bald saßen zum Speisen in der Hall schon einige um ihn herum und wollten mehr erfahren von seinem Wege, dem Allvater und ihrem Gast, ihm aber gleichwohl auch von ihrem Leben hier erzählen. „Sag“, hatt' ein Kind ihn dort gefragt, „sag kannst du wirklich deine Zunge an einem Orte lassen, sodass sie dort zu andern spricht?“ und schaut' mit großen Augen zu ihm auf.
Elayla vernahm mit Dank die Grüße ihrer Schwester und ließ sich, in Anwesenheit ihres Gefährten, vom Seher erzählen, wie's dieser im roten Stamm erging und sprach auch, was von ihr zu sagen sei.
Thanael, so lernte Kjerand, sprach nur der Alben Zunge, kam jedoch schon seit vielen Jahren zu großen Festen zu der Hall, um mit ihnen die heiligen Lieder zu singen. So auch zu Samhain nun, da an diesem Abend die Naturgeister der Wälder sich gleichwohl der großen Allmutter zur Ruhe begaben, um den langen Winter über zu schlafen. Gäste wurden hierzu stets erwartet, drei Zwerge hatten im letzten Jahre ihre Lieder gesungen, Nomadenvolk hielt inne, ein großer Jarl dereinst und einmal waren auch Alben in großem Zuge durch die Walde geschritten und hatten ihren Segen auf die Hall und ihre Bewohner gelegt.
Solche, die Hirschgeweihe im Haar trugen und aus langen Hörnern tranken, gleich jenen, die vor der Pforte wachten, waren die Jäger des Stammes und trugen diesen Schmuck „Zu Nimlehaws Ehren!“ wie ein Kind auf die Frage eines Älteren herausrief, worauf auch die übrigen ihre Becher hoben und in lautem Einklang „Zu Nimlehaws Ehren!“ riefen. Denn mächtig wuchs dem ehrwürdigen Druiden einst selbst ein großes Geweih aus dem Haupt heraus und zahlreich sind die Geschichten über ihn, da er ihren Stamm einst durch die Wälder führte. So wahrten sie sein Andenken und auch über ihrem Tore las Kjerand diese Worte in den Zeichen alter Runen. Sigrun aber war nun fort mit ihren Jägern, ausgezogen zwei verschwundene Söhne der Wälder aufzufinden. Geschäfte aber seien mit ihr auszuhandeln.

Als er später schließlich draußen saß, ließen Wind und Donnergrollen zum Abend bereits nach. Ruhe umgab ihn dort, wo er sich niederließ, bis ein Rabe zu ihm kam, ein weiterer und immer mehr, als würden alle von der Hall sich um ihn versammeln. So standen sie dort und ihr Blick fiel tief, als starre die Allnacht durch sie hindurch auf ihn herab, als zöge sie ihn hinein, als laure etwas tief darin, dahinter. Da schrie einer von ihnen ihm entgegen. Abermals, ein anderer! Und immer mehr! Die ersten flogen bereits ein Stück um ihn herum, schwarze Schemen vor seinem Gesicht, die seinen Blick in eine andere Richtung lenkten. Dort stand die Traumgestalt vom hohen Fels, die Tochter, die zum Sterne wies, und schlug die Augen auf und sah etwas aus einer weiten Ferne..


~ Traumwelt ~


.. und sah ein Menschenkind auf den Wurzeln eines alten, dunkelhölzigen Laubbaumes sitzend, zwischen welchen sich eine große Höhle auftat. Der Hufen Fährte aber endete an einem großen Hirsche, nicht so gewaltig wie die die Wesen der Steppe, die sich ob ihres Geweihes nicht in die Wälder wagten, doch so mächtig, wie er als Waldbewohner nur sein konnte. Sie beide waren dort unter dem Baume, während in großem Kreis um sie herum die Tiere weilten, gleichwohl Raubtiere wie deren Beute, und friedlich zu ihrer Mitte hin sahen. Leise summte das Kind, sah zum Hirsche auf und dieser zu ihr herab. Doch nichts davon schien so beeindruckend, wie das kalte Sternenlicht, das unter dem Baum im Wurzelwerk ruhte und aus der großen Öffnung herausstrahlte.

Bald schon saß sie nun weinend da und begrub ihr Gesicht in ihren Händen, verdeckt von ihrem langen, braunem Haar, während das stolze Geschöpf sein Haupt zu dem Mädchen hin neigte und seine Nase zögerlich an ihre Stirne stupste. Doch es half nichts, so legte er seine Stirn über die ihre, worauf das Kind ihn lauter schluchzend umarmte. Eine Weile blieben sie so, bis er sich ihr langsam entzog und, das Haupt geneigt, achtsam zur Höhle schritt und verschwand in das grelle Licht, das darauf heller erstrahlte, und das weinend Kind zurückließ. Langsam wuchsen die Wurzeln und verdorrten und knarzten laut, langsam verwesten die Tiere um sie herum und leise erzitterten der Baum und unter ihm die Erde, da öffnete sich das Gehölz inmitten des Stammes und darin ein Auge, erfüllt vom Sternenglanz, fand Izar im Wald. In Aufruhr, doch aus einer großen Ferne hörte sie die Raben. Stärker ward das Beben mit dem Lärm, da blickte auch das Mädchen zu Izar auf, doch war es nicht das von Tränen gezeichnete Gesicht eines Kindes. Stattdessen fand Izar sich von des Adlers wilden Augen erfasst, als das braun gefiederte Geschöpf sich von der Wurzel fortstieß und ihr entgegenflog, an ihrem Gesicht vorbeizog und einer Frauen Stimme flüsternd, doch eindringlich „Lauf!“ an ihrem Ohre hinterließ. Verschwunden war das Kind, berstend der Baum und die Welt zerfiel um ihn herum, begleitet von schrillem Klange, der alles zu erschüttern vermochte. „Lauf!“, konnte Izar erneut vernehmen, während sie bereits aufgeschreckt durch den Wald zurückrannte und der Greifvogel tief mit ihr durch die Walde flog. „Lauf!“, und dunkel ward die Sonne, die Welt und kalt, als ein Riss durch Himmel und Lande zog. Flüsternd und schwach, in verzweifelter Trauer erklang die Stimme ein letztes mal und drang durch die Welt, als lang grollender Donner dem Lichte folgte und der Traum entschwand.


~ Am Ufer ~


Das helle Aug war das erste, das wieder erwachen und ihrem kaltblassen Gesicht wieder etwas Farbe geben sollte. Nass lag noch etwas von ihrem Haar über dem Gesicht, doch spürte sie nichts von ihrem Körper und hätte den Arm nicht heben können, um es fortzustreifen. Regungslos starrte sie scheinbar ins Leere, sah jedoch aus dem Augenwinkel das Gesicht des Traumbringers, der noch immer bei ihr saß und selbst die Augen geschlossen, doch mit Anspannung in seinen Gesichtszügen, das Haupt geneigt hatte. Ein leiser Wind blies über ihr Gesicht, doch konnte sie auch den nicht spüren, sondern sah ihn nur in aufgewirbelten Schneeflocken. Körperlos und, noch vom Schlaf benommen, auch Gedankenlos nahm sie Eindrücke um sich herum wahr, ohne zu wissen, wer sie war, noch welche Welt es um sie herum gab. Frei jeder Identität waren nicht ihre Erinnerungen, noch ihre Sinne bislang zurückgekehrt und taten dies nur langsam. Stille. Dann, leis, der Wind, den sie zuvor erst sah. Darin ein vages Flüstern, lang und dünn, als sei es weit gereist, dunkel und fern. Ein Wort: „Iishhh-“ – Doch war es nicht des Traumbringers Mund, der es sprach. Ein Name: „-zaahr“ – Und dann krähten die Raben.
Lauter, von drüben, hinter dem Hügel, auf dem nun eine Frau stand, blass wie der Mond und in einem Kleid aus der dunklen Vögel Federn. Dunkel fiel ihr dichtes Haar, das kaum bis zum Kinn reichte, und trug ebenso Gefieder darin. Ein starker Wind war ihr gefolgt und zog an ihr vorbei, wirbelte Haar und Federkleid auf, als sie dort oben stehen blieb und zu Izar starrte. Auch Lippen, Punkte und Linien waren schwarz in ihrem Gesicht und deuteten fort von ihren drei Augen, deren weißer Apfel ebenso von tiefer Dunkelheit erfüllt war und deren Iris weiß darin lag. Lauter ward das Krähen und Izar vernahm, wie der Traumbringer sich erhob und zur Frau auf den Hügel blickte. Da kam das Zittern, das Beben aus dem Traum, als wär es nie gewichen, aus einer dunklen Ecke ihres Kopfes zusammen mit ihren Sinnen in die Welt und sie erfuhr, dass ihr ganzer Leib sich heftig schüttelte und dies schon tat, bevor ihr erstes Auge aufgeschlagen ward'.

Die ersten Raben kamen derweil hinter der Frau, dem Hügel, aus dem Wald hervor und landeten vor Izar. Laut stand der schnellste nah an ihrem Gesicht und schrie, voll Inbrunst, als wolle er sie wecken. Die übrigen versammelten sich um Izar und streiften ihr die Nässe ab und drückten ihre eigenen Leiber an den ihren und suchten ihn damit zu wärmen, sprangen fort wenn er zu stark zitterte, und gleich wieder hinzu.

Die Frau aber rannte vom Hügel und der schwarze Engel richtete sich auf, um sie in seine Arme zu schließen. Kurz nur währte der Moment und Izar sah noch, wie er sie mit sich nahm und hinfort flog, nach kurzem Anlauf erst flach und tief, und schließlich raus aus ihrem Blickfeld in die Ferne.


~ Im Walde ~


Die Raben drängten Kjerand zu ihr hin, andere standen bereits dort und schrien ihr entgegen. Da wand sie, als hätte sie jemanden erblickt, ihren Kopf zur Seite und eilte bald schon, als sei sie von fremden Mächten gelenkt, wie ein stürmischer Windstoß davon. Die Raben sprangen auf ihr zu folgen und drängten auch Kjerand in den Wald hinein. Schneller, immer schneller musst' er sein, um sie nicht zu verlieren, und auch die Raben hasteten hinter dem Wind, der vor ihnen schon den Schnee aufwirbelte und Geäst zum Wanken bracht'. Schneller trieben sie ihn durch den Wald und nahmen ihm so oft die Sicht, dass er viele Schritte blind nehmen musste. Immer schneller jagten sie und bald war wohl kaum mehr Zeit, um Baum und Fels auszuweichen, und so sah Kjerand erst im Sprung, dass ein großer Kiefernstamm in seinem Wege stand.

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