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Die Landschaft ist reich an steinigem Hügelland und großem Fels, der aus der Erde bricht und jeden Donnerschlag laut erhallen lässt. Eher schwach bewaldet sind es zunächst lose Baumgruppen, die gigantische Ausmaße annehmen. Oft kommen schwere Nebel von den Bergen, die von großen Stürmen abgelöst werden, bis die Sonne wieder durch die dunkle Wolkendecke bricht.


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Frühjahr

Durch das immer länger scheinende Licht der Sonne erwachen die Waldgottheiten aus ihrem Schlaf und lassen die Pflanzen neu erblühen. Die ersten Tierherden wandern nach Norden, wo das Nahrungsangebot nun reichhaltiger ist.



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Sommer

Durch Schmelzen von Schnee und Eis führen vor allem der große Gletscherfluss, aber auch andere Gewässer starke Strömungen und höhere Wasserpegel. Mit auftauenden Böden führt dies zu weitreichenden Versumpfungen und Überschwemmungen, die auch noch viele Ortschaften weit fern der Flussufer treffen. Die großen Tierherden grasen nun alle im Norden.



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Sommerwende

In der Sommersonnenwendnacht, der kürzesten des Jahres, können Geister auch von Sterblichen erblickt werden. An manchen Stellen zeigen sich zu dieser heiligen Zeit auch Orte der Geisterwelt.



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Herbst

Während die Gewässer zurücktreten, erblühen und reifen viele Kräuter und Früchte. Die ersten Tierherden wandern zu dieser Zeit nach Süden. Die großen Hirsche tragen zu dieser Zeit mächtige Geweihe und streiten lautstark um das Vorrecht eine Herde zu führen.



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Winter

Während die Pässe in den Hochgebirgen zunehmend unbegehbar werden, legen sich die Waldgottheiten und Waldgeister schlafen, wodurch auch die Pflanzen in den Schlaf fallen. Die großen Tierherden sind alle im Süden angekommen und die großen Hirsche werfen ihr Geweih ab.



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Winterwende

Zur Wintersonnenwendnacht, der längsten Nacht des Jahres, tobt in den hohen Bergen die wilde Jagd der Jagdgottheiten. In dieser Nacht werden in den Bergen Opfergaben dargebracht, um sie zu besänftigen und von ihnen verschont zu werden.




   ⊗ Steppentundra
   ⊗ Waldsteppen
   ⊗ Nordwälder
   ⊗ Bergland
   ⊗ Warmsommerland
   ⊗ Kolosswälder

Schiffsbau
Langboot
Bootsbau


Arachnenseide
Weben


Schuppenkleid
Knochennadel
Handspindel, Ahle
Tangbekleidung


Reiterei
Oreichalkos
Rauchgerbung
Hirngerbung
Unterseegerbung


Speichenrad
Holzrad
Schlitten
Schleife


Bronzeguss
Holzverarbeitung
Verbundwerkzeug
Kaltlandwerk


Zyklopenmauern
Keramikglasur
Kupferguss
Elementarmetalle


Felsenheim
Steinbruch
Megalithbauwerke
Steinverarbeitung
Steinschmiede


Ziegelbrennerei
Stampflehmbau
Lehmziegel
Korbflechten
Werkzeug


Lehmöfen
Töpferei
Feuerstätten


Zeit der ersten Sonne
Geboren auf den alten Schiffen aus den verlorenen Tiefen kannten wir um uns nur weites Meer, das immerzornig gegen die Flanken schlug, den kalten Wind, der unaufhörlich an unserer Haut zerrte, über uns nur finstere Wolkendecke, die immergrollend mit ihren Blitzen schlug. Doch fern der wankenden Welt erhob sich uns späten Kindern der Schiffsbauer der Horizont, ein grauer Baum aus den schwarzen Untiefen in die flackernden Unhöhen, sich räkelnd, langsam und gemächlich, weise und bedächtig, träumend und noch nicht erwacht. Hier war der alten Riesin ein Licht erstrahlt, ein Herz in roter Glut, das unsere Schiffe rief aus allen Meeren. Es wuchs nicht nur, da wir ihm näher kamen, brannte sich seinen Weg hinauf durch Stamm und Rinde, und entzündete die Krone. Laut schrie sie auf, als der Feuervogel sich erhob, brannte hernieder und ließ im großen Feuer Fels und Asche regnen über das hungrig Meer. Trost schenkten unserer Schiffe Bannsängerinnen dem sterbend Kind, als ihr Gesang es zurück in den Schlaf wiegte. Aus der niedergehenden Asche entstieg zögerlich das karge Land, in dessen Fels sich die Spiegel aus schwarzem Glas befanden. Als der graue Regen lag und der Bernsteinvogel durch den dunklen Schleier auf das Land blickte, wuchsen aus des Baumes Asche zahllos seine Kinder, tausendäugig und von dunkler Rinde, die Schwarzeiben, und blickten zurück.

~ Die erste Reise, Norn
Sternenkleid
·Schwarze Federn kleideten den alten Wanderer, der den Vater bezwang. Gesehen ward er auf Rabenbein stolzierend, mit acht Augen über schwarzem Schnabel blickend, und mit Vogelkrallen an sechs Armen auflesend, als er aus der falschen Höhle schritt und alle blickend Vögel aufschraken. Nicht Rabe noch Weberin verschmähten ihn seine Väter, sodass wir Schwestern ihn lehrten. Doch wob er mit unserer Kunst das Schicksal des Vogelvaters, spielte auf der großen Harfe die Echos der sterbenden Baummutter und zwang ihn in den Schlaf. Hier zerriss er den Himmelsvogel, aus seinen Federn das Sternenkleid über die Geisterpfade zu weben. Das Phoenixei aber trug er durch Geisterpforten ins Land der Schlangen im großen Meer. So ward aus dem Geist ein Gott, und schwarze Vögel kamen vom schlafenden Wald herab, um von seinem Werk zu berichten, und brachten die Saat der alten Bäume hinab ins Schlangenland.·

~ Schicksalsaugen, Erl
Traumwald
"Endlos erstreckte sich der lauernde Wald, gebrochen nur von hohem Fels und schwarzen Tümpeln. Von den steinernen Anhöhen aus zürnten stolze Greifen, in den Wurzeln wachten geduldige Weberinnen, aus dem Geäst blickten wissbegierige Aschevögel, alte Raben, und immer, wenn die Tümpel ruhten, lauerten hungrige Najaden. Doch wenn die tausendäugig Bäume schliefen, wanderten durch den lauernd Wald wir Dryaden auf unserer Erinnerung entnommen alten Pfaden, welche unsere Mutter, die wir nie sahen, uns mit ihren Wurzeln dereinst zog."

~ Geisterpfade, Ur
Wurzelwelt
"Seit dem Tag, an dem die lange Nacht began, brannte am Ende jedes unserer alten Pfade ein kaltes Feuer in den finstren Tümpeln, am Anfang aller Pfade aber der große Sternenriss, an dem die Mutter stand. So trugen auch wir auf unseren Wanderungen unser Licht zum Gestirn. Hier aber fanden wir im Wasser das tote Land, tief unter dem endlosen Wald, und in den Sternen die Pforten dorthin. Und dort sahen wir, dass ihre Wurzeln einst nicht im alten Wald endeten, sondern von deren Gipfeln und hohen Hügeln aus auch die zweite Welt durchzogen."

~ Himmelspforten, Ur
Zeit der zweiten Sonne
Bebend erbrannte das starre Land, als das Ei barst und die gläserne Erde sich zu Fluten ergoss. Die schlafenden Schlangen, einst Najaden geboren, krochen abermals durch den Schlamm, einander und Meereswesen zu verschlingen. Auch erwachte die schlafende Saat und überzog das Land mit Pflanzenwuchs, welcher Nahrung bot für Vögel des Himmels und den gehörnten Herden, die einst von unseren Schiffen den Najaden geopfert im Land der Schlangen überdauerten. All dies gedeihte unter den Schwingen des Bernsteinvogels, der abermals die Nacht entzündete und mit seinem Flug den Tag bringen sollte. Doch weckte des Vogels Schrei auch den Traumwald zwischen den Sternen, der hungrig blickte auf die Welt darunter. So stürzten die Greifen vom Himmelswald herab, ihn nie wieder zu betreten. Auch unsere Schiffe sanken auf die Welt hernieder, sie zu bevölkern mit unserart. Einzig das Schiff der Jägerin, dem sich stets alle Meere beugten, verblieb die Walde zu bereisen Tag und Nacht.

~ Das alte Land, Norn
Tiefenlicht
·Drei Städte auf ihren Reisen spenden Licht dem endlosen Schlund. Die älteste ist das Schiff der Jägerin, dem sich alle Meere beugen. Die zweite ist das hohe Licht, zu dem alle Geisterpfade führen, an dem die träumende Königin ruht. Die dritte bereist auf dem Rücken des Bernsteinvogels die Welt, so nah an seinem Feuerkleid umhüllt von gerötetem Licht. Und von beiden Seiten der trügerischen Wellen leuchten sie herab in die Tiefenwelt. Hierhin ziehen junge Miragen aus den Spiegeln, um dort in den Herzen Fremder zu erwachsen und mit ihnen in den Wald zurückzukehren. Hierhin stürzen Phantasmen aus dem Geäst, um die Geister Träumender in den Wald zu entführen und ihre Herkunft vergessen zu machen. Und hier wandern die Miasmen, ihren Schwermut über die dort Lebenden zu legen, und das Ende ihrer Pfade zu erkunden.·

~ Die gelogene Welt, Erl
Geister sind das erwachte Bewusstsein eines weltlichen Äquivalentes, etwa eines Lebewesens oder abstrakteren Konzeptes. So wie Lebewesen oft im frühen Kindesalter Erinnerungen sammeln und ein Bewusstsein entwickeln können, erwacht auch manch altem Gewässer, Gewächs, Wald oder einer Herde ein Naturgeist, sowie alten Gegenständen und Gebilden, wie Schiffen, Bögen und Städten ein Kulturgeist. Mit Art des Äquivalentes gehen für den Geist Fähigkeiten und Pflichten einher.

Das Erwachen eines Geistes geht nur langsam vonstatten, und oft erinnern sich die Geister früherer Ereignisse nur gleich einer fernen Kindheit, bruchstückhaft und an einschneidenden Momenten am klarsten. Zum Traum verlassen Geister ihr weltliches Äquivalent und streifen in der astralen Anderswelt umher, wirken mit ihrer Anwesenheit aber bereits auf die Dieswelt und können derart wahrgenommen werden.

Bei Beschädigung ihres Äquivalentes werden Geister schwächer und verenden mit dessen Zerstörung. Diesem Schicksal vermögen einige jedoch zu entkommen, indem sie sich durch Besetzen geeigneter Behältnisse oder durch Geburt eine neue sterbliche Hülle aneignen. Meist ist der Verlust des Äquivalentes jedoch ein traumatisches Ereignis, das Erinnerungen und Charakter des Bewusstseins beschädigt. Zur Wiedergeburt fähige Geister sind als Gottheiten, zur Besetzung fähige als Dämonen bekannt.
Mittjahreskind
Zu Mittwinter und Mittsommer geborene Kinder haben eine natürliche Begabung Nornhexereien zu erlernen.

Drittes Auge
Ein drittes Auge auf der Stirn erlaubt Geister zu sehen.
Mehrlingskind
Als Mehrlinge geborene Kinder haben eine natürliche Begabung Erlhexereien zu erlernen.

Mehrlingsleid
Starke Gefühlsregungen werden den übrigen Mehrlingen zuteil.
Mondkind
Zu einer Mondfinsternis geborene Kinder haben eine natürliche Begabung Urhexereien zu erlernen.

Krallenwuchs
Mondkindern wachsen Krallen anstelle der Finger- und Zehennägel.
 .: Charaktere
Bearbeitet am 03.06.2016, 06:34
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« Eru »

Die sterblich Kinder der Naturgeister und alten Götter, dereinst erkoren über die Schöpfung auf Erden zu wachen, sehnten sich nach Rückkehr zu ihren Eltern. Das zweite aller Völker ist getrieben vom Glauben an das Schicksal und seine Rolle in dessen Erfüllung.
Stammesvölker berufen sich sippenübergreifend auf gemeinsame Ahnen. Gemeinsam tragen sie Feste aus, unterhalten Kultstätten und streiten zusammen, haben jedoch ein strengeres Eherecht, in welchem Vermählungen außerhalb des Stammes verpönt sind.
Albisch ist die Runensprache der Alben, Naturgeister und alten Götter, sowie Hexenzunge der astralen Hexerei. Den Runenvölkern war es einst vergönnt zu den mächtigsten aller Zivilisationen aufzusteigen, und so ist die Runenschriftkunde hoch angesehen.
Norn ist die Schicksalssprache der drei vogelköpfigen Weisen aus der Zeit vor der Sinflut, sowie Hexensprache der arkanen Hexerei. Die meisten Tiermenschen sprechen Norn, so auch etwa mit Ausnahme von Tauren und Nixen alle Wildhäupter und Wildsporen.
Jäger erlegen Huftier- und Kleinwild mit Bögen, Wurfspeeren, Spießen und anderen Wurfwaffen sowie der Ausdauerjagd. Die Spitzen ihrer Waffen bestehen zumeist aus Knochen oder Horn, selten aus Feuerstein oder Metallen.
Großwildjäger fertigen Lanzenspitzen aus scharfkantigem Stein und durchdringen damit die dicke Haut wehrhaften Großwildes. Verursachen solche Klingen bereits bei leichter Berührung blutende Schnitte, zerspringen sie hingegen bei Auftreffen auf harten Fels.
Sammler werden nur solche genannt, deren Ernährung zu einem großen Teil aus auffindbaren Pflanzen besteht. Beinahe alle Völker ernähren sich zusätzlich zu ihren Hauptnahrungsquellen von auffindbarer Nahrung.
Waldhexerei ist die heilige Magie der Allmutter. Neben der Waldkunde ist auch der Schamanismus weit verbreitet.
Dieser Charakter bereist das Land mit festem Ziel vor Aug'.

Eru ward vor 23 Jahren als Tochter der Ljosalfar von Gwynns Stamme geboren und fand nach einer Kindheit fern der Heimat zu ihrem neunzehnten Lebensjahr dorthin zurück. Ihren Namen gab sie sich in Andenken an einen lang verstorbenen Ahnen, der ihr einige Erinnerungen an sein Leben vermacht hatte und mit diesen auch ihren Charakter prägen sollte.

Ihr Vater Orin gilt ihrem Stamme als Seher und Wissenshüter, ihre Mutter Cary als Geisterkundige. Beide sind 49 Jahre alt und begeben sich auch mit anderen Ljosalfar ihres Hauses auf die Jagd. Väterlicherseits kennt Eru in dessen Geschwistern und deren Kindern weitere Verwandtschaft, mit der sie seit einem Zerwürfnis mit ihrem Vater wenig Kontakt hält, mütterlicherseits kennt sie einzig deren Vater Llyr, der im hohen Alter von 84 Jahren Ringhüter an Gwynns Ring ist, wo er den Felsen die Jahreszeiten abliest und sich bereits an vielen Abenden mit Eru auseinandersetzte. Zudem streifen ihr noch drei jüngere Geschwister namenlos und im Schlafe durch die Wildnis, von denen nur eines in diesem oder kommenden Jahren erwartet wird.

Gwynn ist dafür bekannt zu Lebzeiten weise und gerecht in gleißend' Licht erstrahlend ihren Segen über die Sterblichen gesprochen zu haben.


Profession

Wie die meisten ihres Stammes wird auch Eru zu den Jägern gezählt. Vor allem zum Sommer machen diese von Bogen und Speeren Gebrauch, um Kleinwild und Huftiere zu erlegen, während im Winter große und beständigere Lanzen mit scharfen Steinklingen geführt werden, die bereits bei leichter Berührung zwar keinen Schmerz, doch starke Blutungen verursachen und selbst die dicke Haut gewaltigen Großwildes zu durchdringen vermögen.

Fern der Jagd beschäftigen sie die Bande ihrer Stammesgemeinschaft. Im gemeinsamen Disput weiß sie zu allen wichtigen Fragen von ihrer Ansicht zu berichten und ist oftmals erfolgreich damit, diese auch durchzusetzen, wobei sie schließlich oft selbst für die Ausführung verantwortlich ist. Auch strebt sie an, zur nächsten Geisterhochzeit mit Gwynn vermählt die Stammesherrschaft zu ergreifen.

Kultisch ist Eru an den Gesängen zu den Jahresfesten beteiligt und hielt bereits einmal die Totenwacht. Auch weiß sie wie alle Jäger um Gebete und Anrufungen an die Allmutter, die Wald- und Tiergeister, und bietet Opfergaben dar, erfüllt damit jedoch im Stamm keine herausragend religiöse Rolle.


Erscheinung und Ausrüstung

Kräftiger als die meisten Abkömmlinge Gwynns wuchs Eru auf 176 cm heran. In dunkelbraunen, kräftigen Strähnen fällt ihr Haar einer wilden Mähne gleich bis an den Unterleib herab. Blasses grün färbt ihre Haut und heller gar stechen schimmernden Smaragden gleich ihre Augen aus dem kantig-stoischen Gesicht hervor. Unerschütterlich durchdringt ihr Blick die Winde und Weiten und trifft selbst über große Distanzen tief. Manches Mal berichtet er so vom kühnen Hunger eines Raubtieres, das in ihrer Seele wohnt, selten von altem Schmerz, der einer Bürde gleich ihr Herz versteinern lässt, stets jedoch von einem aufmerksamen Geiste, der nie ermüdet von allem Wirken, sondern immerzu wach bezeugt und begreift und sie zu all ihren Taten treibt.

Ihr wichtigstes Gut ist das Fell eines jungen Bären, das ihr mit knöchernen Fibeln als Mantel, Umhang und Schlafdecke gereicht. Auch trägt sie Wunden, die ihr der Bär einst zufügte, noch immer an sich. Während von den meisten kaum Narben an ihrem Leib verblieben, war ihr linker Unterarm einst nicht zu gebrauchen, sodass sie auch über Jahre an keiner Jagd teilnehmen konnte. Inzwischen hat sie die Herrschaft über ihren Körper wiedererlangt, hält den Unterarm jedoch noch immer eingesalbt unter eng geschlungenem Lederriemen, auf dass er endgültig vernarbe und eines Tages ohne Schmerz wieder frei liege. Beim Bogenschießen schützt das Leder überdies vor möglichen Verletzungen durch die zurückschnellende Sehne, sodass vielen Völkern solch Armschutz gemein ist und der Riemen ihre Wunde verdeckt.

Auffällig zeigen sich im Gesicht symmetrische spiralförmige Tätowierungen unter ihren Augen bis an die Wangen heran und am Kinn, sowie solche mit zackigem, einander überschneidenden Wurzeln nachempfundenem Muster über ihrer linken Schulter, auf der rechten Seite ihres Unterleibes und über den linken Oberschenkel wuchernd. Weitläufig von Schamanen aufgetragen sollten sie ihre Genesung fördern und den Einfluss bösartiger Geister fernhalten, thematisieren aber auch den als heilkundig geltenden Schlangenkult und damit die Ewigkeit, wie auch die Wurzeln der Welt.

Seit der letzten Sommersonnenwende trägt Eru einen Kranz über ihrem Haupte, der als Zeichen ihrer zur kommenden Sommersonnenwende bevorstehenden Eheschließung mit Gwynns Geist gilt und ihren künftigen Anspruch auf die Stammesherrschaft untermauert.

Zu ihren üblichen Gebrauchsgütern gehören zudem ein gewobenes langes Hemd, ein Lederschurz mit Ziermustern, eine Gürteltasche mit einer Feuerdose, ein Trinkbeutel, ein steinernes Messer und je nach Jahreszeit oder Beute Bogen, leichte Speere oder eine schwere Lanze. Zur Zier trägt sie manchmal Knochenstücke oder Schädel von Kleintieren an ihrer Kleidung oder als Halskette.


Physische Eigenschaften

Als Ljosalfar ist Eru Kraft ihres genetischen Gedächtnisses mit den meisten Betätigungen ihres Stammes vertraut. So weiß sie um die Ogamschrift, die Jagd, nahrhafte Pflanzen, die Fischerei, die Herstellung von Jagdwaffen, Beuteverwertung, Ledergerbung, das Korbflechten, Nähen, Spinnen und das Weben und beherrscht all dies, obgleich sie einige dieser Tätigkeiten, wie etwa die Herstellung von Jagdwaffen, noch nie selbst ausgeführt hat.

Mit den Tätowierungen der Geisterbemalung versehen heißt man sie geschützt vor schädlichen Einflüssen astraler Wesen. Als ein wenig kräuterkundig gilt sie, was die Pflanzen ihrer Heimwälder angeht, und weiß auch um aus Rinde gewonnene weiße oder braune Jagdbemalung, mit der sie sich vor ihrer Beute besser zu tarnen vermag. Doch das magischste an ihr sollt der Geist eines Bären sein, der seit seinem Ableben ihre Seel' bewohnt und einem Fluch gleich nicht von ihr lässt. Manchmal spürt sie ihn nach außen drängen, um die Kontrolle über ihren Leib zu übernehmen, hat dies jedoch stets unterbinden können. Ihre Tierkappe, der Pelz des Bären, so erzählten ihr die Schamanen, soll ihr erlauben von solchen als ihresgleichen geduldet zu werden, doch ist ihr der Angriff zu sehr in Erinnerung geblieben, um dies zu versuchen. Das Speisen vom Fleisch dieser Bären ist ihr zudem nun als eine Form des Kannibalismus nach alten Geboten untersagt.

Physisch war sie stets stärker als die meisten ihrer Sippengeschwister, was ihr vor allem beim Gebrauch von Bögen wie Lanzen auf der Jagd zugute kam. Die Jahre nach dem Angriff des Bären über wandte sich das Blatt und sie verblieb als Heimhüterin an einem der Häuser, wo sie kleinere Arbeiten erledigte, aber vor allem ihre Wunden heilen ließ und auch ihre Entschlossenheit wiederfand. Hier lernte sie auch von Llyr die Sprache der Norn, an die sich in Gwynns Stamm nur wenige erinnern und an deren Erlernung noch weniger interessiert sind, da es eher als Aufgabe der übrigen Völker angesehen wird, albisch zu lernen. Kräftiger noch als zuvor soll sie inzwischen sein, im Körper wie im Geiste, denn das Wesen des Bären, so sagt man ihr, teile seine Stärke mit ihr.

Den linken Arm unter den Riemen und Verbänden gebraucht sie oft noch mit Vorsicht und manchmal Schmerz, schont ihn jedoch nicht vor Anstrengung.


Charaktereigenschaften

Tief lag der Schlaf von Kindheit und Jugend über ihr und umso strahlender ist Eru hieraus erwacht, ergriffen vom Verlangen sich der Welt, derer sie sich erinnerte, nicht nur zu fügen, sondern ihr den eigenen Puls aufzuzwingen. Voll Aufmerksamkeit begegnet sie so der Welt, ist nie ermüdet von deren Wirken und bezeugt und begreift in jeder wachen Stunde, was um sie herum geschieht, um hierüber zu urteilen. Sie vertraut auf die Gültigkeit ihrer Entscheidungen, doch allem voran auf ihr Vermögen, solche zu treffen, die ihren Werten entsprechen, ihren Zielen dienen und zu deren Umsetzung sie befähigt ist.

Auf der Suche nach Erfüllung ihrer Ziele erwartet sie auch selbst in der Lage zu sein diese zu erreichen. Fordernd drängt sie mit dieser Einstellung Selbstzweifel fort, ermutigt andere, die sie unterstützen sollen, und ist auch zur Konfrontation bereit. Doch ist ihre Beharrlichkeit nie den Zielen selbst, sondern ihrem Wunsch geschuldet, die eigenen Wertevorstellungen, derer sie sich so sicher ist, in das Weltenbild einzuweben.
Zweifel überkamen sie oft, ob es an ihr sei darüber zu urteilen, wie es um sie herum beschaffen sein soll, doch hat sie sich mit allen aus ihrem Stamme und auch manchem Gast darüber ausgetauscht und befand schließlich, dass die meisten um sie herum kaum so sehr über Werte sinnen. Am rechten Ort, zur rechten Zeit ist sie noch immer bereit neues dazuzulernen, wünscht sich gar Belehrung, doch gilt ihr Fokus inzwischen nicht länger der Erbauung des Wertekonstruktes, sondern dessen Fähigkeit sich in der Welt zu behaupten und sein Mal darauf zu hinterlassen. Beizeiten unterbindet sie auch Diskussionen über die Rechtmäßigkeit, wenn sie sich der Argumente und ihrer Sache sicher ist, sowie den Disput als hierfür schädlich empfindet. Anmaßend vermag sie ihre eigene Rolle zu erheben und erwartet, sich darin vor anderen behaupten zu können. So zeigt sie Stärke und schüchtert schonungslos solche ein, die dem nicht gewachsen sind. Und in all diesem Streben lebt in ihr so der Ahn weiter, dessen Namen sie sich gab.

Ehrfürchtig begeistert sie sich für die Historie ihres Volkes und ist ob dessen Ahnenlinien, seiner Errungenschaften und Entscheidungen von Stolz erfüllt. Gram und Enttäuschung hat sie hingegen für viele Alben ihres Stammes übrig, in dem die überlieferten Werte und Strukturen an Bedeutung verlieren und manchmal selbst das Wort ihres Erlahnen zu verblassen droht. Viel Leid ging dieser Entwicklung voraus, doch mit Strenge will sie dem Verzagen entgegentreten, denn die Order von Eru wird ihren Stamm befreien.

Als unverzeihlich empfindet Eru das Verhalten ihres Vaters, der sie beim Angriff des Bären zum Sterben zurückließ und auf sein eigen Wohlergehen bedacht floh. Dass er sie für bereits tot hielt und mit anderen Jägern schließlich dazukam, um ihren Leib einer Bestattung zuzuführen, war seine Erwiderung. Furcht mag es nicht gewesen sein, da ihr Volk solche kaum kennt, doch dass er seinem Leben mehr Wert zumaß als dem ihren, verbleibt ihr Vorwurf und dem Rundhaus, in dem ihre Eltern leben, bleibt sie seither fern.

Des Bären Fratze schloss Eru lang tief in sich ein, fürchtete sich vor seinem Drängen und seinem Wesen, lernte inzwischen jedoch seine Anwesenheit zu dulden und ließ seine Seele oft bereits durch ihre Augen hinausblicken in die Welt. Turi hat sie ihn getauft und verdankt auch ihm ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, mit welchen sie ihn bereits so lange im Zaum hält, verdankt auch ihm, dass sie in so manchem Disput ihr Gegenüber einzuschüchtern vermocht, so auch ihre starke Position innerhalb ihres Stammes und womöglich gar, dass Gwynn ihr zur kommenden Geisterhochzeit ihre Hand versprach.

Gwynn aber gilt ihre Zuneigung und Trost findet sie, wenn sie sich vor dem Schlafe nach ihr sehnt. Vage kamen ihr einst die ersten Erinnerungen an den Geist, doch war sie stets ergriffen, lange schon bevor sie Gwynn überhaupt traf. Furchtsam wandte sie im Stamme aufgenommen über Jahre ihren Blick fort von ihr, fürchtete Abweisung und hielt ihre Bewunderung geheim, die ihr jedoch nie erlosch. In den letzten Jahren erst, als ihre Wunden schon verheilten, began sie Zwiesprachen zu halten mit dem Geiste, nebensächliche zunächst, und überwand so ihre Furcht. Nun, da sie mehr Erinnerungen an Gwynn in sich trägt, ist ihre Bewunderung entflammt und durchdringt ihre Träume.


Stärken und Schwächen

Vielbegabt erwachen die Ljosalfar ihrer Kindheit und vermögen bald darauf alle Handwerke und Künste ihres Volkes auszuüben, als hätten sie sich selbst die Jahrhunderte damit befasst. Doch umfasste ihre Prägung auch den Charakter ihres Ahnen Eru, der ihr eine starke Persönlichkeit vermachte und schließlich zu ihrem hohen Rang im Stamme beitrug.
Des Bären Kampf jedoch nahm sie mit in ihren Geiste, denn ist er dort alles andere als zahm und fordert sie seiner gewahr zu sein, selbst wenn sie sich seiner Stärke zu bedienen glaubt. Ein jeder Impuls, dem sie unachtsam nachgibt, kann ihn wecken und sie zu Taten treiben, auf die sie später mit Reue zurückblicken wird. Oft hat sie sich bereits ob seiner zurückgezogen und fürchtet nun, da sie ungezwungener ist und ihn in mancher Hinsicht gewähren lässt, dass er herausbricht und ihr Handeln vereinnahmt. Doch auch die Kampfeswunde am Arm fordert von ihr noch manch schmerzvolle Überwindung.
Gram empfindet sie gegenüber vielen Alben ihres Stammes, allem voran ihrem Vater, der ihr zum Sinnbild für vieles schlechte ward und litt lange darunter, da sie sich hierüber kaum mitzuteilen wusste. Ein Ausbruch ihres Zornes hätte vieles für sie erschwert, und so ertrug sie ihren Kummer schweigend und verbarg ihn selbst vor Llyr. Erst mit Gwynn vermochte sie darüber zu sprechen und fand in ihr jemanden, vor der sie ihre Maske ablegen durfte. Den übrigen gegenüber jedoch verstellt sie sich weiterhin und ist hierüber oft verbittert.


Lebenslauf

So jung verstarb Gwynn in ihrem Leben, dass ihr einziges Kind bereits als Fügung galt, die ihren Stamm begründen sollt'. Stets hieß man den Erlgeist unter den Nachbarstämmen schwach und viel hatte Gwynns Stamm durch diesen Umstand erdulden müssen. Zuletzt kam es zu einer Fehde mit Emrys' Stamm, der hierbei zwei Rundhäuser um die Jagdgründe jenseits des Waldes für sich gewann. Hier began für einige von Gwynns Abkömmlingen, die für diese Niederlage verantwortlich gemacht wurden, das Exil.

"Wilde Tiere sollen dich fressen!"

Der letzten Fehde wie dem Banne nicht gewahr fanden die Kinder, unter denen auch Eru sich befand, zum Stamm zurück und lernten von der Not diesen um Jagdgründe beraubt zu ernähren. Hier geschah es, dass Orin mit seiner Tochter auf die Jagd auszog und alleine zurückkehrte. Die Jäger aber, die nach des jungen Bären Fährte eilten und Eru bei ihm tot erwarteten, fanden sie schwer verwundet, doch den Bären mit scharfem Schnitt an seiner Kehle leblos vor. Blut ward vergossen worden und der Gestank des Todes schlich bereits über die Lande, und so nahmen sie sich beider an und brachten sie zum Haus zurück, ehe weitere Raubtiere hinzukommen konnten. Über zwei Jahre ging Eru hierauf nicht mehr auf die Jagd und lernte sich mit ihren Wunden, des Bären Geist und ohne Vater ihren Platz im Stamme zu erstreiten. Viele Unterredungen hielt sie mit ihrem Großvater Llyr und lernte von ihm die Sprache der Nordländer, als die nächsten Kinder zum Stamm zurückfanden und zu aller Überraschung einer unter ihnen war, der sich Kind eines Exilanten hieß und diese von der Schuld um die Niederlage freisprechen konnte. Schnell versiegte der Disput, ob der Stamm die Exilanten noch versorgen könne, sodass beschlossen wurde Gwynns Blut nach fast achtzehn Jahren heimzubringen.

"Möge Gwynns Licht auf dich herabscheinen."

Lange schon trafen sie in stillen Nächten einander, sprachen über die Stammesgeschäfte, teilten Sorgen und Empfindungen und träumten von der kommenden Zeit. So geschah es, dass Eru sich entschloss fortzugehen, um die Exilanten heimzubringen und zugleich Gwynn ihre Hand darbot. Der Stamm bezeugte, als zur Geisterhochzeit verkündet ward, dass dies die letzte Erneuerung der alten Ehe sei und zur nächsten Eru mit Gwynn vermählt werde. Und in den letzten stillen Nächten, da sie den Grabhügel aufsuchte, sang Gwynn ihr alte Lieder aus dem Krieg der letzten Zeit.

᚛ᚓᚏᚒ᚜

Verfasst am 28.10.2015, 17:28
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Eru

*Marker* : Nochmal versuchen die Allbegabung rauszustreichen und weniger bei Powerchar zu landen trotz Karrierealb. o.o'

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