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Bearbeitet am 11.12.2017, 00:32
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NPC

Grimwasserküste

Sanft nur legten sich die Wogen
auf das weiche Bett hernieder,
salzig Wasser die da zogen
in den Sand und immer wieder
bedeckten dort den Nixenleib,
der da schlief zu jener Zeit.

Bearbeitet am 11.12.2017, 01:48
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Bearbeitet am 11.12.2017, 17:36
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NPC

Auf einer Insel in einem zahmen Fluss im Grimbergland nahe der Meeresküste leben in hölzerner Halle die Menschen von Kara's Hall. An dunklen Holzperlen und ins verdrillte Haar geflochtenen Leinenbanden erkennt man sie, am sauberen Schnitt ihrer Mäntel und den großen Augen, ihrem wachen Blick. Sie kennen die dunklen Nebel, die Sommerflut und den Gesang der Wölfe aus dem finsteren Land, gleichwohl die wütenden Winde, Regenstürme und hallenden Donner vom großen Meer. Große Fische ziehen sie beizeiten aus Fluss und Meeresufer, und jagen in den dunklen Walden Vögel, Füchse, Eber und Elch.

Hier legen Rabenboote aus dem Festland an, um Flachs, Wolle, Steinklingen, Wild und Beeren zu bringen. Und manchmal auch Sonnensegler vom Meer, Wein und Keramiken zu liefern. Die Insel aber gilt nicht nur als Handelsposten beider Welten, sondern als Werkstätte für Hemden und Röcke, Kleider und Mäntel, Taschen und Tuche, die zum Meer hin und weit ins Land verkauft werden. Wenn nicht durch Tauschhandel, wird mit Kauri bezahlt, seltener mit einer Hand voll Kupfermünzen oder den grünen, unverarbeiteten Brocken, manchmal auch Ziegen oder Salz.

Drei Familien leben in der großen Halle. Kara, die sie einst erbaute, mit ihren zwei Kindern, ihrem Gatten und dessen Mutter. Tyree der Weber mit seinem Bruder, dessen Gattin und ihrem Sohn. Und Erye die Weberin mit ihrem Bruder, Vater und Sohn. Hinzu seit zwei Jahren Dug der Weber, und seit neun die Geschwister Nara und Ninian, die in den Wäldern gefunden aufgenommen wurden.

Hier nun ward zur Sommerflut am Wasser spielend der Tyree-Junge von acht Jahren geraubt. Vom Jägerlager am Westufer aus, hinab gezogen in die finstere Kälte schwamm der große Schatten zum Meer hinaus. Verloren gewusst, bis am Steg sich eine Strähne fand, mit Perlen aus dunklem Holz an geflochtenem Haar, und am Tag darauf die Frau aus dem Wasser blickte. Alleine im Boot vermag man sich ihr zu nähern, ihr im Beutel Nahrung und Wasser mitzugeben für den Jungen, und am leeren Beutel am Stege zu erkennen, dass er die Speisen gegessen hat, noch lebt. Doch spricht kein Kind von Kara's Hall in Nixenzungen, und so wissen sie nicht, was für die Geisel sie verlangt. Kauri, Münzen, Schmuck nahm sie entgegen, nur um auch sie zurückzugeben. So bleibt vom Kind der leere Beutel. Und an Abenden von stillen Wassern zur Halle getragen der Nixe trauriger Gesang.

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